Was sagt die Offenbarung darüber, wann Jesus kommen sollte?


In diesem Artikel komme ich auf Aussagen im Buch der Offenbarung zu sprechen, in denen Johannes auf die Zeit des Kommens Jesu Bezug nimmt. Gerade dieses Buch wird meist herangezogen, wenn Leute über die Rückkehr Jesu, das Ende der Welt, das letzte Gericht und die zukünftige Herrlichkeit, usw. reden. Was genau steht im Buch der Offenbarung bzgl. der Zeit des Kommens Jesu? Wann sollte bzw. würde er kommen? Wann sollten bzw. würden sich die Dinge, die im Buch der Offenbarung berichtet werden, ereignen?

Johannes war, wie er uns in Offenbarung 1,10 berichtet, "im Geist am Tag des Herrn". Das bedeutet nicht, dass er diese ihm mittels des Geistes Gottes offenbarten Visionen an einem Sonntag sah (die Bezeichnung "Tag des Herrn" für den "Sonntag" stammt aus wesentlich späterer Zeit); vielmehr wird uns in dieser Aussage mitgeteilt, dass Johannes "im Geist" (d.h. in Form von Offenbarungen, Visionen) Dinge sah, die sich zur Zeit des schon seit Jahrhunderten durch die Propheten vorausgesagten "Tag des Herrn" ereignen sollten. Dieser "Tag des Herrn" war die Zeit des endgültigen Kommens des Herrn Jesus als des von Gott eingesetzten Richters, um das Gericht des HERRN über die alten Himmel und Erde zu halten und zu bestätigen, dass die neuen Himmel und Erde nunmehr kommen würden.

Es ist äußerst bemerkenswert, wie dieses Buch der Offenbarung sowohl zu Beginn des Buchs als auch am Ende des Buchs ganz klare und eindeutige zeitliche Angaben enthält, mit denen der zeitliche Rahmen festgelegt wird, in welchem die in dem Buch offenbarten Ereignisse stattfinden würden. Diese Aussagen zu Beginn und am Ende des Buchs legen fest, wann die berichteten Ereignisse eintreten würden. Aus diesen Versen ist ersichtlich, ob sich die Ereignisse ziemlich bald nach dem Zeitpunkt der Offenbarung bzw. Niederschrift des Buchs oder aber erst in einer unbestimmten und möglicherweise fernen Zukunft ereignen werden.

Offenbarung 1,1.3
Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll; und er hat sie durch seinen Engel gesandt und seinem Knecht Johannes kundgetan,
...
Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.

Zuerst wird etabliert, dass es sich bei dem in diesem Buch niedergeschriebenen Gedanken und Worten nicht einfach nur um Ideen des Johannes handelt, sondern ganz konkret um offenbarte Erkenntnis, um Offenbarung, die Gott seinem Sohn Jesus Christus gegeben hat und die dieser dann mittels eines Boten seinem Knecht Johannes kundgetan hat. Wir haben also verlässliche Information vorliegen, wobei das Gesagte seinen Ursprung bei Gott selbst hat und dann von Jesus an Johannes weitergegeben wurde.

Weiterhin erfahren wir, worum es in diesem Buch geht: Die Offenbarungen handeln von dem, "was in Kürze geschehen soll"! Johannes wurden also Dinge gezeigt, und er schrieb diese Dinge auf, die sich "in Kürze", also bald, in naher Zukunft, ereignen sollten. Was Johannes sah, das SOLLTE in Kürze geschehen. Auch fügt Johannes dann am Ende dieser kurzen Einleitung nochmals ganz betont hinzu: "denn die Zeit ist nahe"! Was Johannes hier sah und aufschrieb, das würde zweifelsfrei eintreten. Hier steht nicht etwa: "... was in Kürze geschehen 'könnte'" oder: "... die Zeit ist möglicherweise nahe"? Nein! Johannes ist klar und deutlich! Was ihm vom Herrn offenbart wurde, und was er niederschrieb, das ist einfach und eindeutig: Diese Dinge SOLLEN in Kürze geschehen, und die Zeit IST nahe!

Was erfahren wir dann am Ende des Buchs?

Offenbarung 22,6-7
Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiß und wahrhaftig; und der Herr, der Gott des Geistes der Propheten, hat seinen Engel gesandt, zu zeigen seinen Knechten, was bald geschehen muß.
Siehe, ich komme bald. Selig ist, der die Worte der Weissagung in diesem Buch bewahrt.

Es gibt keinen Zweifel, dass diese Worte stimmen und nicht einfach nur "frei erfunden" sind. "Diese Worte sind gewiß und wahrhaftig"! Allerdings, falls dem so ist, wie kommt es dann, dass fast die gesamte Christenheit davon redet und glaubt, dass die in diesem Buch aufgezeichneten Wahrheiten und Dinge NICHT "in Kürze" nach der Niederschrift dieses Buchs geschehen sind, sondern noch immer -- selbst nach fast 2000 Jahren -- in der Zukunft liegen und ihrer Erfüllung harren? Irgend etwas stimmt doch da grundsätzlich nicht!

Johannes erfährt, dass diese Worte wahrhaftig sind, und dass ihm hier gezeigt wird, was BALD geschehen MUSS! Es gibt kein "geschehen könnte", sondern ein "geschehen muß"! Die Worte sind eindeutig. Weiterhin heißt es dann: "Siehe, ich komme bald." Der Herr Jesus verkündet Johannes, dass er BALD kommen wird. Und, dies ist nicht das einzige Mal, dass Jesus dies hier sagt. Vielmehr lesen wir diese gleiche Aussage des Herrn Jesus noch zweimal in den restlichen das Buch abschließenden Versen.

Offenbarung 22,10
Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe!

Erneut lesen wir, dass die Zeit nahe ist! Es geht nicht um eine unbestimmte und nicht bekannte "ferne" Zukunft. Was Johannes sieht und niederschreibt, dass steht unmittelbar bevor. Die Zeit der Erfüllung dieser Dinge ist nahe!

Es gibt eine interessante Stelle im Buch Daniel, wo diesem durch den Boten Gottes mitgeteilt wird, er solle die ihm offenbarten Worte versiegeln, weil die Zeit der Erfüllung noch nicht da war ... was Daniel sah, betraf Ereignisse, die ca. 4 Jahrhunderte später dann eintrafen. Eine Zeitspanne von ca. 400 Jahren war also lang genug, dass Gott dem Propheten gebot, jene Weissagung zu versiegeln. Hier aber wird Johannes explizit gesagt, er solle seine Weissagung nicht versiegeln, weil die Zeit für die Erfüllung nahe ist. Auch hier sollten wir mal logisch nachdenken und überlegen: 400 Jahre waren lang genug, um eine Weissagung versiegeln zu lassen; aber fast 2000 Jahre sollen "nahe" genug sein, um die Weissagung nicht zu versiegeln? Nein, da kann offensichtlich etwas mit den heute so verbreiteten Annahmen, dass die Erfüllung dieser Weissagung des Johannes noch immer in der Zukunft liegt, nicht stimmen ...

Offenbarung 22,12.20
Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind.
...
Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. - Amen, ja, komm, Herr Jesus!

Hier lesen wir erneut, dass Jesus bestätigt, dass er BALD kommen wird. Gleich dreimal in diesem abschließenden Abschnitt in Offb 22 berichtet Johannes uns nicht nur indirekt von Jesu baldigem Kommen, sondern vielmehr in direkter Rede werden uns die Worte des Herrn Jesus selbst (!) mitgeteilt: Und Jesus verkündete, dass er BALD kommen würde.

Was sollen wir nun mit diesen Aussagen machen? Ganz offensichtlich gibt es einen Widerspruch zwischen diesen Worten und dem einfachen, klaren Verständnis dieser Aussagen im Buch der Offenbarung und der heute allgemein propagierten christlichen Lehre, Jesus sei bis heute (fast 2000 Jahre später) noch nicht gekommen. Es ist klar, dass nicht beides gleichermaßen wahr sein kann ... Ist Jesus, wie heute fast überall gelehrt wird, noch nicht gekommen? Dann gibt es ein Problem (textlich oder vom Verständnis her) mit all den Schriftstellen und Aussagen Jesu und der Schreiber der NT Schriften. Ist das einfache Verständnis bzgl. dieser Schriftstellen korrekt? Dann müssen diese Dinge "bald" bzw. "in Kürze" zustandegekommen sein und Jesus ist bereits gekommen. 

Letzte Änderung:
2012-03-28 14:02
Verfasser:
Wolfgang Schneider

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Kommentar von Michaja:
Hallo, In Psalm 90:4 heisst es, das tausend Jahre in Gottes Augen, wie der gestrige Tag ... mehr zeigensind, der vergangen ist. Es ist also logisch, wenn Jesus sagt; das er bald komme. Denn sehr viele Dinge, die in der Offenbarung als auch in Matthäus 24:1-14 stehen; haben sich schon ereignet. Die Frage ist allerdings Matthäus 24:15: Der Gräul der Verwüstung ist offenbar ein Standbild und an heiliger Stätte könnte sich auf die wenigen beziehen, die wirklich Gottes Geist haben. Aber wie auf die Berge fliehen und dort leben? Die Dinge bis Matthäus 26 haben sich nun doch auch schon für viele erfüllt und es ist noch dabei. Gemäss 27 kann Jesu Widerkunft (die zweite) jeden Tag sein. Denn so wie die Tage Noahs waren, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein: Sie aßen, tranken, heirateten... bis die Flut kam und sie alle wegraffte. Es könnte also sein, dass die große Drangsal zwar global stattfindet; aber nicht überall gleichzeitig und in gleicher Stärke. Dies ist dann auch der Grund, warum die Menschen nach den ungeheuren Ereignissen nicht bereuen, da alles noch ziemlich "normal" läuft, es betrifft ja nicht alles einen persönlich. Gut finde ich es auf jeden Fall, dass auch ihr erkannt habt, dass es keine Dreieinigkeit gibt, da die in Groß-Babylon alle verloren gehen werden. Liebe Grüsse, Michajah (Nick-Name)
Geschrieben am: 2013-01-13 15:29