Welche "Bibel" hatte die frühe Gemeinde?


Viele Christen heutzutage gehen davon aus, dass die Bibel in ihrem heute vorliegenden Gesamtumfang gemeint ist, wenn sie in der Bibel etwa davon lesen, dass "alle Schrift von Gott eingegeben" ist, oder dass Paulus "aus der Schrift" darlegte, dass Jesus der Christus ist. Ist ein solches Verständnis korrekt?

Wenn wir beachten, dass es die NT Schriften in der Anfangszeit der frühen Gemeinde noch gar nicht gab bzw. die frühesten NT Schriften (Briefe des Apostels Paulus) erst ab Anfang der 50er Jahre n.Chr. entstanden, dann wird klar, dass die in den NT Briefen erwähnte "Schrift" lediglich die uns heute als AT Schriften bekannten Bücher der Bibel umfaßte.  Wenn wir etwa davon lesen, dass "die Schrift" gelesen bzw vorgelesen wurde, oder dass "die Schrift" nütze ist zur Lehre, Zurechtweisung und Anleitung für einen gottesfürchtigen Lebenswandel, so handelt es sich um Teile der AT Schriften, die da zunächst einmal gemeint sind.

Jesus nahm bei seiner Unterweisung regelmäßig auf das Gesetz, die Propheten und die Schriften Bezug und zitierte bzw. erläuterte Aussagen aus diesen AT Schriften, denn diese verkündeten bereits - prophetisch vorausschauend - den Messias und dessen Werk der Erlösung.  Auf dem Weg nach Emmaus erläuterte Jesus zwei Jüngern aus der Schrift (aus den uns heute als AT Schriften bekannten Büchern der Bibel), was es mit ihm als dem Messias auf sich hatte (vgl. Lk 24).

In Apg 17 lesen wir davon, dass Paulus auf seinen Reisen in die Synagogen der Juden ging und dort mit diesen "aus der Schrift" diskutierte und aus den in den AT Schriften enthaltenen Weissagungen darlegte, dass Jesus von Nazareth der darin angekündigte verheissene Messias war.

 

Letzte Änderung:
2012-01-20 18:25
Verfasser:
Wolfgang Schneider

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